Wenn das, was am 11. März in Japan passiert und bis heute noch passiert nicht so schrecklich wäre, man musste doch glatt kopfschüttelnd über die 180°-Wende der Kanzlerin sowie des bayerischen Umweltminister und Seehofer-Vorzeige-Rabauken lachen.
Noch vor wenigen Tagen — am 13. März — popsaunte der bayerischen Umweltminister in die Welt hinaus, wie toll und sicher die deutschen und insbesondere die bayerischen Meiler seien. Desgleichen auch die Kanzlerin und der bayerische Landeschef. Nun jedoch, ist plötzlich gar nichts mehr so sicher. Lieber schaltet man die Kraftwerke nacheinander ab. Erst die alten, dann die neueren!? — Plötzlich steht der bayerische Umweltminister in der ersten Reihe mit Forderungen dauerhafter Abschaltung einzelner Kraftwerke!
Plötzlich ist laut den Worten der Kanzlerin — welche eine einst vehemente Verfechterin der Laufzeitverlängerung – die Atomenergie ohnehin ein Auslaufmodell. Aber warum dann die Laufzeitverlängerung vor einigen Monaten?
Oder warum jetzt plötzlich andersherum — 3 Monate aussetzen? Diese Frage ist ganz leicht zu beantworten: Wir haben Wahlkampf im Schatten einer nuklearen Bedrohung! In wenigen Wochen wählt Baden-Württemberg. Wäre doch schlimm, wenn gerade aufgrund der Katastrophe ausgerechnet die Atomkraftgegner Oberwasser bekommen und die mühsam wieder auf die Beine gekommenden Parteifreunde der Kanzlerin durch den GAU wieder ins Hintertreffen kämen.
Gleiches gilt natürlich auch für die anderen Wahlkämpfer in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz, die bisher im Schatten des S21 ruhige Wahlkampfzeiten haten und nicht eine bzw. zwei Wochen vor dem Urnengang Schiffbruch erleiden wollen und sollen. Daher die Kanzlerische Vorgabe: “Abteilung kehrt Marsch!”
Dann stellt sich nur noch die Frage, warum gerade 3 Monate?! — Das liegt an den Bremern. Die wählen im Mai. Und da könnte ja die Atomkrise noch im Gedächtnis der Wähler nachhallen. Während der GAU für die Wahlen in Mecklemburg-Vorpommern aufgrund des zeitlichen Abstandes zum Heute nicht mehr relevant ist. Aber vielleicht ist auch Meck-Pom für die Schwarzen ohnehin als rotes Gebiet abgeschrieben… Wer weiss!
Damit hat die Folge einer Naturkatastrophe im Fernen Osten zu einer neuen politischen Krise bei uns geführt. Die Schwarzen mussten gegensteuern, nur damit sie bei den Wahlen in diesem Monat nicht alle Hoffnungen schon vorher begraben können. Ob das was Gebracht hat, werden wir sehen.
