Er mag an seinen Posten hängen. Aber Westerwelle hat längst seinen Zenit überschritten.
Nachdem er sein persönliches Ziel erreicht, in die Fußstapfen von Hans-Dietrich Genscher treten zu dürfen, welche ihm deutlich zu groß waren!, und die FDP zu einem historischen Hoch geführt hat, wird er wohl im Mai seinen Parteiführungsposten verlieren.
Die Quittungen bei den letzten großen Wahlen waren zu enorm. Die Folgen, dass die FDP bei den Koalitionsverhandlungen regelrecht ihre Ziele verkauft und sich unter das Diktat der Kanzlerin einen schnellen Vertrag abzuschließen, nur damit sie außenpolitisch Strahlefrau spielen konnte, geduckt hat, werden Westerwelle als Parteichef und damaliger Verhandlungsführer zum Verhängnis.
Ebenso die “Schwächen” die er zeigt, wenn es darum ging, die Angriffe der bayerischen Dreckschleudertruppe abzuwehren, haben ihm und der Partei nur geschadet. Nur hierbei konnte er nicht anders als schlucken: Als Regierungsmitglied kann er nicht gegen politische Gegner und Partner schießen, wie er es als Parteichef gemusst und als Fraktionsvorsitzender –welcher er ja nicht mehr ist — gekonnt hätte.
Er tut gut daran, wenn er sich selbst die Schmach erspart und gar nicht erst zur Wiederwahl antritt.
