Schade, dass Herr Lindner gegangen ist. Er war der derzeitig einzig erkennbare in der Führungsriege der FDP, der einen hellen Kopf hatte. Steht die FDP vor dem Scheideweg.
Natürlich kann man ihm Versagen vorwerfen. Wahlkämpfe verloren, schlechte Kampagnen, die “Regierungserfolge” waren und sind selbst für für Parteifreunde kaum erkennbar und zuletzt dieses — als dämlich zu bezeichnende — vorzeitig als gescheitert erklärte Basisbegehren.
Aber was sollte er auch machen? Westerwelles Macht ließ nichts zu, der stetig währende “Verrat” an dem eigenen Programm und der liberalen Ideologie, den die Herren und Damen in der Regierung und dem Bundestag täglich begingen, waren nicht nur starker Gegenwind, sondern eher schon orkanartiger. Das “Verkaufen” der Ideen und Konzepte — und das ist das, was die Wähler den Liberalen übel nehmen (und nicht nur die!) — für Ministerämter haben auch das Leben nicht einfacher gemacht.
Zu guter Letzt dann noch der echt glücklose Griff des Bundesparteitags mit der Wahl eines Vorsitzenden, dem ich persönlich weder die Fähigkeit zu schreibe mal auf den Tisch zu schlagen und so Ruhe in den Haufen zu bekommen, noch irgendeine Vision zu haben…
Lindner war ein guter Mann (Übrigens: Ich habe ihn nie in irgendeiner Weise angegriffen.) Ich kann zwar nicht sagen wofür er stand (dafür habe ich mich mit ihm zu wenig auseinandergesetzt), aber er konnte sehr gut reden und das was er sagte hatte m.E. Substanz (im Gegensatz zu dem Blubblub vieler seiner Kollegen — sowohl aus dem eigenen Lager, als auch aus den anderen).
Was nun? … Das ist die Frage. Dazu nur eines: Wenn es nicht gelingt, einen General vom Format eines Westerwelles (aus Zeiten des Oppositions-Generals) oder Lindners zu finden und zu dem nicht auch der Posten des Chefs mit einer starken Persönlichkeit (Egal ob Mann oder Frau) besetzt wird, finden wir die FDP bei der nächsten Wahl nicht mal mehr bei den aktuellen 3%.
